Wählen Sie eine Rubrik

KWL-Maschinen

Allgemeines

Das KWL-Verfahren gilt derzeit als das umweltfreundlichste Trockenreinigungsverfahren und bietet außerdem folgende Vorteile:

  • Ökologisch unbedenkliche Reinigung
  • Lösemittel biologisch abbaubar
  • Schonende Reinigung nach neuester Technologie
  • Frischer Duft
  • Große Farbbrillianz
  • Weicher Griff
  • Augezeichnete Qualität durch höchsten Standard
  • Ausrüstung zur Wasser- und Ölabweisung zum Schutz der Kleidung

KWL-Maschinen arbeiten in der Regel nach dem Zweibad-Verfahren aus dem Arbeits- und Reintank. Ein gewisser Flottenanteil wird in einer Vakuumdestillationseinheit destilliert. Der Destillationsanteil ist je nach
Maschinenfabrikat, Filtertechnik und Anwendung unterschiedlich und variiert von 20 % bis 100 %.


Es ist sehr darauf zu achten, dass die Tanks von Wasser frei bleiben, da sonst Bakterienbildung entsteht. Aufgrund des hohen Siedebereichs der KWL kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein gewisser Anteil niedrigsiedender Substanzen (Fettsäuren) ins Frischdestillat gelangt.


Deshalb gibt es Ansätze mit, sog. „fraktionierten Destillationen“ über Mehrfachdestillation eines Flottenanteils bei unterschiedlichen Temperaturen die sog. Niedrigsieder aus dem Siedebereich herauszufraktionieren. Diese
Technologie hat sich verfahrenstechnisch als sehr aufwendig erwiesen. Das Resultat selbst bleibt umstritten, da die Substanzen, die man eliminieren möchte im Siedebereich nicht exakt bestimmt werden können. Andererseits
beginnt die Verdampfung des Lösemittels selbst bereits vor dem eigentlichen Siedebe- reich, so dass aufgrund der Mehrfachdestillation ein wesentlich höherer Anteil an Lösemittel in den Destillationsrückstand verbracht
wird.


Siedepunkte im Vergleich

Entsorgung

Flüssige Destillationsrückstände aus KWL-Anlagen sind grundsätzlich halogenfrei und werden entweder einer thermischen Verwertung zugeführt (guter Brennwert) oder in Spezialraffinerien zur weiteren Verwendung
(Schmierstoffen) wiederaufbereitet. Feststoffrückstände (Filterkartuschen, Filterpulver) werden thermisch verwertet, eine Wiederaufbereitung ist auch hier in Zukunft nicht aus- geschlossen. Die Entsorgung erfolgt nach entsprechenden gesetzlichen Abfallschlüsseln durch Fachbetriebe. (Anmerkung: Aufgrund besonderer Zulassungsbedingungen von Entsorgungs- bzw. Verwertungsanlagen sind Abweichungen von den Abfall- bzw. Reststoffschlüsseln in Ausnahmefällen möglich). Eine Reststoffverwertung (z.B. durch destillative Aufarbeitung) hat Vorrang vor der sonstigen Entsorgung (Sonderabfallverbrennung, SAV).

Anforderungen an KWL-Hilfsmittel

  • Keine Absenkung des Flammpunktes unter 55 °C beim Einsatz im praktischen Gebrauch
  • Verzicht auf CKW und FCKW
  • Einsatz von umwelt- und anwenderfreundlichen Rohstoffen
  • Vordetachiermittel und Reinigungsverstärker aufeinander abgestimmt zur Vermeidung lokaler Fleckenbildung
  • Gute Löslichkeit der Produkte, klar - leicht opal
  • Geruchbildung vermeiden
  • Vermeidung elektrostatischer Aufladung
  • Funktion des Wasserabscheiders erhalten, max. 20 mg KWL/ Liter Wasser
  • Filterbelastung vermeiden
  • Destillation und deren Rückstände nicht unnötig belasten<//strong><//strong>

Flammpunktüberwachung

Ein Absinken des Flammpunktes beim Betrieb von Chemischreinigungsmaschinen mit KWL ist nicht sicher auszuschließen; hierzu kann es insbesondere durch das Einschleppen von Flüssigkeiten mit niedrigem Flammpunkt kommen. Eine regelmäßige Flammpunktüberwachung des eingesetzten Lösemittels ist daher erforderlich. Die Überprüfung des Flammpunktes sollte in der Regel halbjährlich durch einen Sachverständigen -muss nicht Sachverständiger nach § 14 GSG bzw. § 36 GewO (s. Ziffer 3.3 und 3.5.3) sein- vorgenommen werden. Sofern ein Absinken des Flammpunktes festgestellt wird, ist diese Frist zu verkürzen. Die Ergebnisse sind aufzuzeichnen und 3 Jahre aufzubewahren. Wird ein Flammpunkt unter 55 °C festgestellt, so ist der Maschinenbetrieb sofort einzustellen und das Lösemittel auszutauschen.

Zukunftsperspektiven

Die KWL-Technologie bietet der europäischen Reinigungsbranche eine vielversprechende Alternative. Sie stellt eine dringend erforderliche Flexibilität wieder her, die durch das FCKW-Verbot verloren gegangen wäre und
sichert sowohl lösemittel- als auch maschinen- technisch eine solide Basis für die Eventualitäten der Zukunft. Eine allzu euphorische Betonung der Umweltverträglichkeit der KWL ist in diesem Zusammenhang nicht
angebracht, da sie der Gesamtsituation der Branche schaden könnte.
Dennoch bietet sich mit der KWL-Technik die zukunftsträchtige Chance mit einer zeitgemäßen Textilpflegekonzeption wieder in die Mitte unserer immer umweltbewussteren Gesellschaft zu rücken. Der Deutsche Textilreinigerverband hat mit aktiver Initialunterstützung die Entwicklung der KWL-Technik
gefördert und somit erst möglich gemacht. Hierbei hat sich gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Behörden und Verbänden ist.